Die Teilnahme Deutschlands bei Prager Quadriennale 2019 ist in Gefahr !
Der Bund der Szenografen und das Internationale Theaterinstitut ITI veröffentlichten eine gemeinsame Presseerklärung.

 

Prager Quadriennale 2019 ohne deutschen Beitrag ?

Der deutsche Beitrag zur Prager Quadriennale (PQ) 2019 droht an mangelnder Unterstützung der für auswärtige Kulturpolitik zuständigen Instanzen auf Bundesebene zu scheitern. Nach dem schon „unterfinanzierten Notprojekt“, mit dem sich Deutschland bei der PQ 2015 beteiligt habe, komme die „auffällige Zurückhaltung des Auswärtigen Amtes gegenüber dem Vorhaben einem schleichenden Rückzug gleich“, erklärten jetzt Oliver Proske, künstlerischer Leiter des geplanten Projektes, und Thomas Engel, Direktor des deutschen Zentrums des Internationalen Theaterinstituts ITI. Der Beitrag zur PQ 2019 sieht eine Retrospektive auf die Arbeit der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz 1992–2017 vor. Ein entsprechendes Konzept, das vom Bund der Szenografen und dem deutschen ITI-Zentrum erarbeitet worden ist, liegt in Prag vor, eine deutsche Beteiligung an der PQ ist angemeldet.

Dass Deutschland bei der PQ 2019 womöglich nicht vertreten sein könnte - ausgerechnet im 30. Jahr des Mauerfalls und der Balkonrede des seinerzeitigen Außenministers Hans-Dietrich Genscher vor den Botschaftsflüchtlingen in Prag im Sommer 1989 -, bezeichnen Proske und Engel als „vorhersehbare Blamage für das Theaterland Deutschland.“

Da es bislang aber keine Förderbereitschaft gibt, wird eine Absage immer unausweichlicher. Ohne Planungssicherheit wären weitere Schritte zur Realisierung des deutschen Beitrags, etwa die Erarbeitung der technischen Planung und der Abschluss von Verträgen aus Sicht der Organisatoren „nicht zu verantworten.“ Definitiv zurückgezogen werden müsse die deutsche Teilnahme an der PQ 2019, sollte der „Stillstand bis Ende Juni anhalten.“

Die Prager Quadriennale gilt als weltweit größte Leistungsschau für Bühnenbild und „Performance Design“ und findet seit 1967 alle vier Jahre statt. 2015 verzeichneten die Veranstalter*innen 150 Aussteller aus rund 70 Ländern, 150.000 Besucher*innen wurden gezählt.

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